Resümee Baukulturtage „Wohnen neu denken“ 31.10.-14.11.25
Spannende Tage liegen hinter uns: 14 Tage Baukultur in Regensburg – gelingt es den Dialog um die Zukunft des Wohnen in Einfamilienhausgebieten anzustoßen – war die große Frage im Vorfeld. Erfreulicherweise können wir feststellen: Ja!!!
Wie erhofft fand ein breit gemischtes Publikum den Weg ins M26: neben zufälligen Besuchern und „Stammkundschaft“ kamen gezielt Eigenheimbesitzende, Wohnraumsuchende, Kommunale Mitarbeitende, Planende und Studierende in die Ausstellungen und zu den 8 Veranstaltungstagen.
Es wurde lebhaft diskutiert, sich ausgetauscht und vernetzt sowie rege Handlungsoptionen und mögliche Wege in die Umsetzung zu kommen ausgelotet!
Sehr erfreulich war, dass auch Lehrende und Studierende die Gelegenheit wahrnahmen, um Impulse von den geladenen Expert:innen und Praktiker:innen aufzunehmen, nachzufragen und mitzudiskutieren. Ebenso erfreulich ist, dass der vor einem Jahr bei den Baukulturtagen gegründete Verein Gemeinschaftlich Wohnen Regensburg inzwischen viel Zulauf hat und sehr aktiv ist!
Gut genutzt wurde die interaktive Ausstellung „Wohnen neu denken“ der TH Lübeck sowie die präsentierten Webangebote und Infomaterialien etwa von Leben vor der Stadt der Wüstenrot Stiftung/Hochschule Stuttgart, LebensRäume des Ifeu-Instituts und MetamorpHouse von Mariette Beyeler und ReHABITAT des Österr. Öko-Instituts, ebenso die Infobücherregale und die präsentierten Best Practice Beispiele wie RAUM GENUG.
Es freut uns, dass viele Unterschriften für die Initiative Fix it - HouseEurope! gesammelt werden konnten!
Das Potential der Bestandsgebiete wurde durch die Bank gesehen. Bei den Fragen wie weit das Thema im Bewusstsein bereits angekommen ist und wie man konkret in die Umsetzung kommen kann, zeigte sich aber ein gemischtes Bild: engagierte Vorreiter wie Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher aus Wiesent, gestalten in Ihrer Kommune die Zukunft „einfach schon“. Experimentierfreudige Architekten und Stadtplaner wie Michael Leidl vom Büro ARC kreieren bereits neue Wohnformen und neue Begegnungsräume in Orten - unter Nutzung innovative Modellvorhaben wie Leerstand jetzt WOHNEN des Bauministeriums.
Allerdings fühlen sich manche aber (noch) nicht betroffen, nicht zuständig oder nicht handlungsfähig angesichts fehlender Daten, rechtlicher und finanzieller Unsicherheiten, ungenügender Kapazitäten und Fördermitteln.
Was wir mitnehmen aus den Baukulturtagen:
· „das Thema zum Thema machen“ ist dringend notwendig – damit die eigene Betroffenheit erkannt wird und die bestehende Handlungsoptionen einem breiten Personenkreis deutlich werden.
· das Sichtbarmachen von Best Practice Beispielen ist essentiell – wie wäre es mit einem Umbaupreis EFH(-Gebiet) für die Region Regensburg?
· alle Akteure können handeln – einzeln, aber natürlich viel effektiver mit den Nachbarn, in der Kommune, mit anderen Akteuren gemeinsam
· bestehende Strukturen können für Informationsvermittlung und Beratung genutzt werden, überregionale Netzwerke und die Unterstützung von Institutionen wären hilfreich
· eine Schlüsselrolle kommt den Kommunen zu, sowohl in Ihrer Funktion als Träger der Planungshoheit, als zuständige Versorger, Berater, Bauherr und Vorbild. Sie genießen hohes Vertrauen, sind häufig erste Ansprechpartner der Bürger bei baulichen Veränderungswünschen, kennen die Situation und die Akteure vor Ort und können diese Vernetzen und unterstützen.
· eine direkte Ansprache und Beratung der Menschen mit Veränderungswünschen ist erforderlich. Fragen der passenden Wohnform, der Barrierefreiheit, der Energieeffizienz und von sozialen Aspekten sind dabei zu klären.
· Notwendig ist die Ermöglichung von Wohnalternativen und die Unterstützung bzw. Vermittlung der Angebots- und Nachfrageseite
· wir Architekt:innen und Stadtplaner:innen sind als Experten der Umbaukultur in der Pflicht die Transformation der gebauten Lebensräume zu forcieren. Wer sollte sich sonst berufen fühlen den Wert der städtebauliche und architektonische Qualität dabei nicht zu vernachlässigen?
Wir sind motiviert, die entstandenen Netzwerke weiter auszubauen, die Projekte der engagierten Vorreitern zu verfolgen und entstandene Projektideen weiterzuentwickeln!
Vielen Dank an alle Referierenden und Kooperationspartnern:
Florian Plajer, Dr. Tobias Hammerl, Prof. Andreas Müsseler - OTH Regensburg, Aaron Burkhardt, Arthur Haus - Grüne Liga, Patrick Zimmermann – Ifeu Institut, Maik Lindemann – Stadt Göttingen, Elisabeth Kerscher – Bürgermeisterin Wiesent, MdL Patrick Grossmann – CSU, Leon Beck – Vorstand A4F, Lisa Brenner – A4F, Internationale Kurzfilmwoche Regensburg, Elisabeth Feith, Thorsten Hallmann – Bürgermeister Schwarzenbach, Kai Kreilinger – Planungsbüro RSP, Alfred Stockner – Bürgermeister Reischach, Michael Leidl – ARC Architekten, Andrea Bitter – BEN Bayerische Architektenkammer, Gemeinschaftlich Wohnen Regensburg e.V., Anja Sethi-Rinkes +Benedikt Empl – A4F, Mietshäuser Syndikat Regensburg, Prof. Nanni Grau – TU Berlin/Hütten und Paläste, Julia Lindenthal, Stephan Rauch – Studio Rauch, TANO, Ifeu-Institut, BDA, OTH Regensburg, Stadt Regensburg Landkreis Regensburg, bauwärts, A4F
Herzlicher Dank an alle Helfer:innen und Unterstützer:innen!
Hier gibt’s die Fotodokumentation zum Download!

