Architektur-Radtour “Umbaukultur” 2026
Am Samstag, den 04. August hatte der Architekturkreis Regensburg gemeinsam mit dem ADFC Regensburg zur diesjährigen Architektur-Radeltour geladen. 16 Teilnehmer*innen trafen sich, um unter Leitung von Ulrich v. Spiessen, Mitglied im Beirat des Architekturkreises, interessante Objekte in Regensburg kennenzulernen. Die Tour führte zu Gebäuden, die auf unterschiedliche Weise zeigten, wie bestehende Bausubstanz bewahrt, neu interpretiert und nachhaltig weitergenutzt werden kann.
Damit wurde an die Baukulturtage des Architekturkreises 2025 und die von der Stiftung Baukultur herausgegebenen interessanten Veröffentlichungen zum Thema angeknüpft.
Erste Station war im Auweg das Lagerhaus, welches derzeit von der Stadtbau gemeinsam mit der Kreativbehörde bis 2027 zu einem ersten Kreativzentrum umgebaut wird. Peter Steger stellte den aktuellen Planungs- und Umbaustand anhand von Plänen vor und gab Einblicke in das Potenzial des Standortes für die regionale Kreativwirtschaft.
Zweite Station war das internationale Gästehaus des Studentenwerks Regensburg in der ehemaligen Nibelungenkaserne. Die Umnutzung des ehemaligen Offiziersgebäudes aus dem militärischen Bestand zu einem internationalen Gästehaus mit Wohnungen für Studierende und Gastprofessoren wurde von den Architekten Neumann & Heinsdorff aus München nach einem Wettbewerb umgebaut. Stella Topp, die verantwortliche Architektin, war aus München angereist. Sie erläuterte uns eindrucksvoll die architektonischen Herausforderungen der Transformation und die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Gebäudes.
Der Regensburger Künstler Florian Toperngpong stellte uns die über drei Stockwerke geschaffenen Installationen zu den verschiedenen militärischen Nutzungszeiten (Wehrmacht, US-Streitkräfte, Bundeswehr) vor. Sie sind eindrucksvolles Bildnis der jeweiligen Zeit mit teilweise humorvollen, hintersinnigen Interpretationen.
Am Mittag fuhren wir in die Altstadt von Regensburg. Im ehemaligen Kinosaal des Gloria-Kinos empfing uns Thomas Straubinger von dem verantwortlichen Ingenieurbüro Prock + Straubinger. Er erläuterte die gelungene Transformation des denkmalgeschützten Lichtspielhauses in einen italienischen Gastronomiebetrieb.
Am Nachmittag empfing uns Architekt Martin Scheuerer in der Wöhrdstraße im ehemaligen Bauholzstadel von 1620. Der Denkmalschutz nennt den Holzstadel den bedeutendsten noch existierenden Bauholzstadel Süddeutschlands! Die hervorragende Umnutzung (2012/2013) zu einem kombinierten Wohn- und Bürogebäude war für alle Teilnehmer*innen das Highlight der diesjährigen Architektur-Radtour! Herr Scheuerer öffnete für uns seine privaten Räumlichkeiten und bot eindrucksvolle Einblicke in die gelungene Symbiose aus historischer Holzkonstruktion in eine zeitgenössische Wohnarchitektur.
Der Tag fand seinen Ausklang bei einer gemeinsamen Diskussion im Biergarten, in der die gesammelten Eindrücke reflektiert und Kernfragen zur Zukunft der Umbaukultur in Regensburg vertieft wurden.
Ulrich v. Spiessen

