Vortrag 23.10.2018 18.30 Uhr Degginger

Filmische Stadt – Filmisches Haus
Prof. a. D. Toni Lüdi und Prof. a. D. Josef Rödl – Moderation: Reinhold Schubert

Gerade weil die Medienbranche sich standardgemäß auch mit der Zukunft beschäftigt, war das Bedürfnis, dem Zuschauer im Film davon noch nie dagewesene, spektakuläre Varianten zu zeigen, schon immer sehr inspirativ auf die Entwürfe und Umsetzungen der Städtebauer und Architekten. Bereits Fritz Lang hat für seinen Film "Metropolis" mit seinem Szenenbildner Erich Kettelhut ein bis dato noch nie gesehenes Stadtmodell verfolgt und visuell umgesetzt. Auch im britischen Film "Things To Come" wird die Zukunft der Stadt näher beleuchtet. Andererseits gelang es dem französischen Parodisten Jacques Tati im Film „Mon Oncle“ mit Hilfe der Entfremdung des Menschen zur modernen Architektur (mit ihren teils irritierenden Automatismen) das Publikum zu unterhalten. Im Werk "Flucht ins 23. Jahrhundert" wurde gar der städtische Raum als Kuppel zum Schutz des Menschen vor dem Außenraum und der damit verbunden Kontrolle der Bevölkerungsentwicklung durch Altersbegrenzung thematisiert. Auch modernere Filme wie „Das fünfte Element“ und „Minority Report“ setzen auf den Gestaltungscharakter neuartiger städtischer und räumlicher Konzepte bei dem der Stadtverkehr der vollkommen überlasteten Megalopolen kurzerhand über mehrere Flugebenen über der Straße oder an den Außenwänden der Wohntürme verläuft. Später entstanden die Hochhäuser in New York, Hong Kong, Singapur sowie Experimental-Städte wie Abu Dhabi und Dubai und aus den präkognitiven Überlegungen der Medienschaffenden wurde Realität.

Prof. a. D. Toni Lüdi
von 1990 bis 2010 - Professor und Studiengangleiter im Studiengang Film- und FernsehSzenenbild an der Fachhochschule Rosenheim und an der Hochschule für Fernsehen und Film München
Szenenbildner – Träger des Bundesfilmpreises für das Szenenbild zu „Der Zauberberg“ gemeinsam mit seiner Frau Heidi Lüdi
bekannteste Filme: „Der Zauberberg“, „Der amerikanische Freund“, „Der Bär“, „Der Totmacher“
in den 1980-er Jahren – geschäftsführender Vorstand des Berufsverbandes der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner
Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie


Prof. a. D. Josef Rödl
von 2000 bis 2012 – Professor im Studiengang Film- und FernsehSzenenbild an der Fachhochschule Rosenheim und an der Hochschule für Fernsehen und Film München
von 2012 bis 2016 – Professor und Lehrstuhlleiter im Studiengang „Filmischer Raum“
Regisseur – Träger des Deutschen Filmpreises in Gold, Filmpreis der Stadt Hof, Nominierung Deutscher Fernsehpreis, Auswahl für Bayerische Theatertage
bekannteste Filme – „Albert – Warum?“, Tatort: „Alles Palermo“, „Schattenwelt“, „Nach eigenen Gesetzen“
seit 2018 – Jurymitglied für den Kulturpreis der Stadt Regensburg